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Bioethanolkamin und Sicherheit: Sind Bioethanol Kamine gefährlich?

Bioethanol Kamine erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Es gibt sie in vielen Größen und ganz unterschiedlichen Varianten von nüchterner Sachlichkeit bis hin zu gewagter Extravaganz. Jeder kann hier sein Ideal-Modell finden, mit dem er zu Hause moderne Wohlfühlakzente setzt. Aufbau und Installation sind innerhalb kurzer Zeit mit wenigen Handgriffen und unkompliziert zu bewältigen.

Verunsicherte Bioethanolkamin Verbraucher

In letzter Zeit informierten Medien mehrfach über von Bioethanol Kaminen ausgehende Risiken. Es waren sogar Bioethanol Kamine explodiert. Zeitungen und Fernsehen warnten ausdrücklich vor dem Kauf dieser Geräte. Einige Besitzer eines solchen Kamins trauten sich daraufhin nicht mehr, ihr Gerät in Betrieb zu nehmen. Andere, die eine Anschaffung planten, ließen ihr Vorhaben wieder fallen. Tatsache ist jedoch, dass beinahe sämtliche dieser Vorkommnisse auf eine unsachgemäße beziehungsweise fahrlässige Inbetriebnahme des Bioethanol Kamins zurückzuführen waren sowie gelegentlich auf einen unsachgemäßen Aufbau. Letztendlich handelt es sich hierbei also um Dinge, die vergleichbar bei jedem technischen Gerät und beim Umgang mit offenem Feuer zu beachten sind.

Häufige Fragen zur Bioethanol Sicherheit:

Im Folgenden möchten wir zu diesem Thema häufig gestellte Verbraucherfragen mit unserem Fachwissen ausführlich beantworten, um unbegründeten Befürchtungen und Gerüchten entgegenzuwirken.

1. Wie gefährlich ist Bioethanol?

Bei Bioethanol handelt es sich um einen leicht entzündlichen Flüssigbrennstoff, der mit großer Sorgfalt zu verwenden ist. Mit 425° C liegt der Zündpunkt von Bioethanol fast doppelt so hoch wie der von Benzin mit 240° C. Der Zündpunkt beschreibt die Temperaturstufe, bei der sich ein Stoff "von selbst" im Kontakt mit Luft entzündet. Somit ist Bioethanol erheblich geringer feuergefährlich als das bei anderen Verbrennungsprozessen häufig verwendete und vertraute Benzin. Folglich stellt Bioethanol kein erhöhtes Risiko dar. Es sind lediglich die üblichen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, die allgemein für den Umgang mit offenem Feuer gelten.

2. Welche Gefahr bedeuten Bioethanol Kamine für das Entzünden von Bioethanol?

Die gefürchteten Verpuffungen sind bei der Inbetriebnahme eines Bioethanol Kamins nicht zu erwarten. Im Brennerelement gibt es nur sehr kleine Hohlräume, in denen sich brennbares Gas sammeln könnte, sodass es höchstens zu einer kleinen Verpuffung käme. Es kann sich in dem Fall nur eine verkürzte Stichflamme bilden, die den Kamin nicht verlässt. Ein Entzünden per Stabfeuerzeug schließt jegliches noch so kleine Risiko vollständig aus. Handelt es sich beim Brennelement dagegen nicht um einen Sicherheitsbrenner, empfiehlt es sich, diesen vor dem Anzünden vollständig mit Bioethanol zu füllen, damit kein Hohlraum mehr existiert, in welchem sich Gase sammeln können. Eine andere Methode zur Verpuffungsvermeidung ist, den Brenner über einen längeren Zeitraum geöffnet zu lassen beziehungsweise vor dem Entzünden kräftig hineinzupusten.

Niemals sollte ein Bioethanol Kamin entzündet werden, wenn von dem Flüssigbrennstoff etwas neben dem Brennelement verschüttet wurde. Ebenso darf auf gar keinen Fall Bioethanol in einen noch brennenden oder heißen Bioethanol Kamin gegeben werden. Dies kann zu einer gefährlichen Verpuffung der Gase im Kanister führen, in welchem der Hohlraum dafür groß genug ist.

Gefahr droht auch von nicht standsicheren Kaminen. Nicht fixierte, frei stehende Bioethanol Kamine geraten durch Stöße leicht ins Schwanken. Dadurch kann Bioethanol aus dem Brenner schwappen. Sicherheitsbrenner bieten Schutz vor einem Überschwappen von Flüssigbrennstoff. Fest mit der Wand verbundene Wandkamine sind nicht gefährdet, ebenso wenig Kamine, die mittels Schrauben fest im Boden oder der Rückwand verankert sind. Ferner sind schwere Bioethanol Kamine nicht so leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.

3. Was ist zur Auswahl eines sicheren Bioethanol Kamins zu beachten?

Es beginnt damit, dass nur Geräte eines renommierten Herstellers gekauft werden sollten, der aufgrund seines Fachwissens und seiner Erfahrung weiß, worauf es bei der Materialauswahl und Konstruktion ankommt. Ein weiteres wichtiges Sicherheitskriterium ist das Vorhandensein einer zweiten Auffangwanne im Kamin, die eventuell auslaufendes Ethanol verlässlich aufnimmt. Ebenso sollte Geräten mit Sicherheitsbrenner der Vorzug gegeben werden, um Verpuffungen weitestgehend ausschließen zu können.

Ein nicht solide konstruierter Bioethanol Kamin bedeutet grundsätzlich eine Gefahr, selbst dann, wenn alle sonstigen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Daher sollte nur ein Gerät von einem fachlich versierten Hersteller angeschafft werden.

4. Lassen sich Bioethanol Wandkamine gefahrlos an Tapeten, Holzwänden oder weiteren brennbaren Hintergründen anbringen?

Das geht, wobei einige wenige Sicherheitsregeln zu berücksichtigen sind. Es gibt spezielle Aufhängevorrichtungen mit zwei flachen integrierten Hohlräumen. Einer dieser Hohlräume sorgt für ein Luftpolster zwischen Aufhängevorrichtung und Wand. Der zweite Hohlraum befindet sich zwischen Aufhängevorrichtung und Kamin. Oben und unten sind die Hohlräume offen zwecks Zirkulierung der Raumluft. Auf diese Weise gelangt kaum Hitze an die Wand.

5. Welches Risiko stellen Kinder oder Haustiere dar?

Wie sonst auch beim Betrieb offener Feuerstellen bedeuten auch beim Gebrauch eines Bioethanol Kamins Kinder sowie Haustiere eine Gefahrenquelle. Damit sie sich keine Brandverletzungen zuziehen, sind Kamin-Modelle zu bevorzugen, die vor Verbrennungen höchstmöglichen Schutz versprechen. Das können hochpositionierte Wandkamine sein oder auf dem Boden stehende Bioethanol Kamine, deren Brennraum ebenfalls so weit oben liegt, dass Kinder und Haustiere nicht herankommen können. Weiteren Schutz bietet eine Sicherheitsverglasung vor der Flamme.

6. Worauf ist außerdem zu achten?

Konventionelle Brennelemente sind vor ihrem ersten Gebrauch gründlich zu kontrollieren. Insbesondere ist zu prüfen, ob Brenner sowie Auffangwanne tatsächlich völlig dicht sind. Am besten werden sie dazu mit Wasser gefüllt und nach zehn bis fünfzehn Minuten auf ihre Dichtigkeit untersucht. Ist kein Wasser ausgetreten, ist der Test bestanden. Sicherheitsbrenner hingegen dürfen niemals mit Wasser befüllt werden! Das macht sie leicht unbrauchbar. Hier lässt sich der Wassertest nur an der Auffangschale durchführen. Ist bei einer dieser Proben Wasser ausgetreten, darf der Bioethanol Kamin nicht in Betrieb genommen werden. Stattdessen muss unverzüglich mit dem Händler Kontakt aufgenommen werden.

Für den Fall der Fälle ist ein mit Wasser zum Löschen gefüllter Eimer in der Nähe des betriebenen Bioethanol Kamins bereitzustellen. Diese Vorsichtsmaßnahme ist bereits von Kaminen mit Holzbefeuerung oder mit echten brennenden Kerzen geschmückten Weihnachtsbäumen bekannt.

Ein weiteres Sicherheitsaugenmerk ist auf die Wahl des Standorts eines Bioethanol Kamins zu richten. So können Gardinen gefährlich werden, erst recht, wenn sie bei geöffnetem Fenster durch Windzug bewegt werden.

Wer diese Ratschläge und Vorsichtsmaßnahmen beherzigt, kann sich unbesorgt am Flammenspiel seines Bioethanol Kamins erfreuen und die gemütliche Atmosphäre zu Hause genießen.

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